DDR und musikalische Zensur

“Feind ist, wer anders denkt.”

Die DDR war kein Staat, der viele individuelle Freiheiten erlaubte. Das ist unleugbar. Doch was viele Leute nicht unbedingt wissen ist, dass musikalisches Schaffen und Gestaltung damals viel gefördert wurden. Die DDR praktizierte also eine duale Politik : einerseits durften Bands keinesfalls Kritik an der Autorität üben, aber andererseits konnten sie viel kreieren – und das in jedem möglichen Musikstil.

Alles fing in den 60ern an. Damals erlebten Jugendliche die Beatles-Welle, die die DDR-Führung noch tolerierte. Aber weil diese Lieder manchmal rebellische Illustration.Inhalte enthielten, wurden diese westlichen Bands einfach verbannt. Jetzt sind wir an einem Kernpunkt des Themas : Walter Ulbricht. Wenn wir von DDR-Kultur reden, von Zensur oder irgendeinem Thema der Musik oder Kultur,  treffen wir ihn. Er war ab 1960 Vorsitzender des Staatsrats der DDR und stellte deshalb die konkrete Zensur-Autorität dar. Doch er war nicht der unverbesserliche “Freiheitskiller”, wie manche Künstlern dachten – und noch heutzutage denken. Es war ihm bewusst, dass Ostdeutschland seine eigene, echte, reiche und sinnvolle Kultur haben sollte. Obwohl er mehrere sinnwidrige Äußerungen gemacht hat, wie “Es muss demokratisch aussehen, aber wir müssen alles in der Hand haben“, erklärte er 1959 auf der Bitterfeld Konferenz folgendes : “Es genügt nicht, die kapitalistische Dekadenz in Worten zu verurteilen, gegen Schundliteratur und spießbürgerliche Gewohnheiten zu Felde zu ziehen, gegen die ‘Hotmusik’ und die ekstatischen Gesänge eines Presley zu sprechen. Wir müssen etwas Besseres bieten“. Was gibt es hier nun zu kritisieren ? Dieser Satz ist völlig kohärent mit seiner Anschauung und fordert alle Beteiligten an der ostdeutschen Kultur auf, sich endlich um eine eigenständige Ostkultur zu bemühen, die nicht systematisch weder Kopie noch Antwort auf die westliche Kultur sein sollte.

Hier berühren wir den Kern des Themas : trotz zahlreicher Kritiken versuchte die DDR-Führung mit Walter Ulbricht an der Spitze ihr eigene Kultur zu schaffen, indem sie in einem sehr komplizierten Rahmen viele Initiativen im Keim erstickte. Die Kontrolle des Staats und das kulturelle Schaffen in Einklang zu bringen war keine leichte Angelegenheit, aber die DDR hat sich stets darum bemüht. In Erwägung damaliger musikalische Fortführung

Advertisements
This entry was posted in DDR and tagged , , , , . Bookmark the permalink.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s